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Ein Zeugen Jehovas-Watchblog: kritisch, subjektiv, apostatisch

Zeugin Jehovas stirbt an den Folgen einer verweigerten Bluttransfusion

Wie am 25. Oktober 2012 bekannt wurde, ist eine Zeugin Jehovas aus West Kansas verstorben. Der Kansas City Star berichtet in seiner Web-Präsenz, dass das 66jährige Mitglied der Glaubensgemeinschaft der Zeugen Jehovas, hatte an einer primären biliären Zirrhose gelitten und benötigte dringend eine Spenderleber. Sie verweigerte sich allerdings der Lebertransplantation aufgrund der benötigten Bluttransfusion und forderte eine Operation Nebraska. Der Staat argumentierte dagegen: Eine religiöse Einstellung sollte nicht die Kosten und damit die Versicherungssumme einer Operation beeinflussen.

S. refused to undergo a liver transplant at the University of Kansas Hospital because she would need a blood transfusion – something she couldn’t accept as a Jehovah’s Witness. She wanted to receive a special bloodless transplant in Nebraska instead.

State officials had argued in court that there was no medical necessity for a bloodless transplant, and that her religious preference shouldn’t determine insurance coverage. (Read more here: http://www.kansascity.com/2012/10/25/3884805/woman-dies-who-needed-bloodless.html#storylink=cpy)

Letztendlich lenkte der Staat ein. Es war jedoch zu spät: Der Zustand der Zeugin hatte sich soweit verschlechtert, dass sie für eine Transplantation nicht mehr in Frage kam. Sie verstarb. Sie hinterlässt einen Mann, sechs Kinder und 24 Enkel.

Unser Mitgefühl gilt den Angehörigen und Freunden der Dame, und das auch nur mit Einschränkung: Schließlich hat man sehenden Auges in den Tod geblickt, darüber hinaus haben die Zeugen Jehovas die Hoffnung auf ein Leben nach dem Tod. Sie glauben also an ein Wiedersehen. Aus ZJ-Sicht ist die Trauer nur für die Hinterbliebenen angebracht. Die Verstorbene ist bereits jetzt mit anderthalb Füßen im Paradies.

Allerdings erfüllt es uns mit tiefer, ehrlicher Trauer, dass ein weiterer Mensch aufgrund von religiösem Fundamentalismus unnötig sterben musste.

Uns interessiert deine Meinung – was sagst du dazu? Bitte teile uns deine Gedanken in den Kommentaren mit!

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12 Gedanken zu „Zeugin Jehovas stirbt an den Folgen einer verweigerten Bluttransfusion

  1. Lavendel sagte am :

    Es ist ganz grauenhaft. In den 60er Jahren war sogar eine Organtransplantation verboten gewesen. Schlimm, wie Sterben die Gäubigen ermuntert, auf Kosten der armen Angehörigen.

  2. walde sagte am :

    So, so in Kansas ( noch weiter weg geht es ja kaum) ist jemand gestorben, weil die Kliniken in Kansas so rückständig sind, dass dort keine sogenannte „bloodless surgery“ angeboten wird. In den meisten nordamerikannischen Staaten ist dies kein Problem eine Leber ohne eine Bluttransfusion zu erhalten. Sogar in Deutschland ist das in einigen Zentren möglich. Aber es sollten vor der OP doch mal alle den Aufklärungsbogen lesen. Schon bei „normalen“ OPs wird auf die Gerahr durch Bluttransfusiionen aufmerksam gemacht.

  3. Niemand bestreitet, dass man, soweit möglich, auf eine Bluttransfusion verzichten sollte. Hier geht es aber um etwas anderes: Dass eine unsinnige religiöse Ideologie über das eigene Leben gestellt wird.

    • walde sagte am :

      was ist denn eine „unsinnige“ religiöse Ideologie. Auch dank dieser Ideologie kam es in der Ärzteschaft zu einem Umdenken bezüglich der Gabe von Fremdblut. Davon könne heutzutage alle Patienten profitieren. Nicht umsonst gibt es immer mehr Zentren, die fremdblutfreie Operationen anbieten.

      • Eine unsinnige religiöse Ideologie ist jene, die ihre Anhänger dazu bringt, auch in Extrem- und Ausnahmesituationen auf einen Standpunkt zu beharren, der ihnen das Leben kostet. Dass jene Ideologie dazu geführt hat, dass die Medizin nach Alternativen sucht, ist kein Argument – so oder so wäre die Entwicklung in die Richtung gegangen. Mit ein wenig Fingerspitzengefühl seitens der Zeugen wären aber viele Tote zu retten gewesen.

  4. walde sagte am :

    Haben Sie denn Zahlen zu den „vielen Toten“? Wissen Sie , dass es auch Tote gab aufgrund von Bluttransfusionen? Wie Sie sich denken können, berichten über diese Fälle weder die Krankenhäuser noch Medien gern. Alle aus Angst davor, dass ohnehin immer weniger Patienten Fremdblut erhalten möchten. http://www.fr-online.de/rhoen-klinikum-marburg/vertauschte-blutkonserve-tod-durch-schock,2641638,4605336.html

    • walde sagte am :

      hier noch kurz ein weiterer Fall:. Tod durch Bluttransfusion: http://www.20min.ch/schweiz/news/story/17272489

      • Sven Koether sagte am :

        Jeder medizinische Eingriff birgt Risiken. Wenn es beschissen läuft, kann man auch beim Ziehen der Weisheitszähne sterben.

        Was Apologeten wie „walde“ nicht vergessen sollten: Die von den Zeugen vertretene Haltung bezüglich Bluttransfusionen hat absolut nichts mit medizinischen Gründen zu tun, sondern stützt sich einzig auf eine sehr eigenwillige Bibelauslegung. Kein Zeuge, der in einer Notsituation die Aufnahme von Fremdblut verweigert, tut dies aus medzinischen Gründen, sondern aufgrund einer religiösen Ideologie, die diesen Eingriff von vornherein ablehnt, ungeachtet der medizinischen Ausgangslage.

        Anstatt also medizinisches Allgemeingut glaubenskompatibel zu verbiegen, sollte man die Traute haben zu sagen: Unser Gott will das so, deswegen machen wir das. Aber selbst den Allergläubigsten kommt bei diesem Satz das Magengrummeln. Dann lieber einäugige Statistiken bemühen. Das ist nur halb so peinlich.

        @wachtturmwatch

        Im Übrigen gibt es im englischen Sprachraum noch einen weiteren Blog, der gerade im Hinblick auf die Blutfrage sehr interessant ist. Falls Ihr ihn in eure Linkliste aufnehmen wollt:

        http://marvinshilmer.blogspot.de/

  5. walde sagte am :

    Ja, selbstverständlich ist in erster Linie für einen Christen entscheidend, was im Wort Gottes, der Bibel steht. Dass sich in der Christenheit nur nur wenige Menschen daran halten wollen ist ja an sich auch nichts Neues. Die Frage der Blutaufnahme (in welcher Form auch immer) wurde im NT diskutiert, als Blutaufnahmeverbot bestätigt und hat Gültigkeit. Umso interessanter ist aber, dass auch hier neueste medizinische Erkenntnisse auf die Gefahren durch eine Bluttransfusion aufmerksam machen und grundsätzlich versuchen Bluttransfusionen zu vermeiden und andere Möglichkeiten zu suchen.

    • Sven Koether sagte am :

      walde schrieb:

      „Die Frage der Blutaufnahme (in welcher Form auch immer) wurde im NT diskutiert“

      Naja, diskutiert wird es im NT nicht wirklich. Aber aus deinem Posting entnehme ich zumindest, dass man sich bei der Diskussion über die „Blutfrage“ auf das konzentrieren sollte, was die Bibel darüber sagt. Nun gibt es darüber unzählige Stellungnahmen, die im Netz zu finden dich nicht weniger als einige Minuten kosten wird. Also, wenn du dich dem Thema wirklich stellen möchtest, schmeiß deinen Browser an und fang an zu lesen. Alles weiter wird sich ergeben.

  6. walde sagte am :

    Ach nein, diskutiert wird in der Bibel nicht? Na was steht denn da so beispielsweise in der Apostelgeschichte Kap. 15: 7? „Nachdem man nun viel disputiert hatte, stand Petrus auf …“ NWÜ. „Als die Diskussion heftig wurde…“ Gute Nachricht. „Nach langem Wortwechsel stand Petrus auf und sagte…“ Hans Bruns Übersetzung. Die verschiedenen Stellungnahmen verchiedener Menschen sind mir bekannt.Es sind eben verschiedene Stellungnahmen. Aber der urchristliche Beschluß, veröffentlicht in Apg. 15: 20, 29, bleibt dennoch bestehen, oder?

  7. Nachdenker sagte am :

    Ach so, walde, du nimmst alles wörtlich? Isst Du eigentlich Fisch? Ja? Enthaltet Euch von Blut, Hurerei, Ersticktem. Also? Jeder Fisch der aus dem Wasser genommen wird, erstickt – geht Dir eine Lampe auf?

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